Lappland bezeichnet eine Landschaft in Nordeuropa. Es gibt keine genaue Abgrenzung, häufig ist einfach der nördlich des Polarkreises liegende Teil Skandinaviens mit Norwegen, Finnland und Schweden gemeint. Zugleich ist Lappland der Name einer Provinz in Schweden und einer in Finnland. Man kann das Gebiet auch als das Siedlungsgebiet der Samen, der Urbevölkerung Lapplands betrachten. Staatsterritorial teilen sich Norwegen, Schweden, Finnland und Russland die Fläche. Lappland war nie ein eigenständiger Staat. Oft sieht man jedoch die samische Flagge, Ausdruck des erstarkenden Nationalbewusstseins der Ureinwohner.
Lappland ist sehr dünn besiedelte. Im schwedischen Teil lebt weniger als 1 Einwohner je km². Zum Vergleich: in Mecklenburg Vorpommern leben 73 Einwohner pro km².
Geographie
Von der Ostsee nach Westen über flachwellige Taigagebiete steigt das Gelände allmählich an auf bis zu 2.000 Metern an der Grenze zwischen Schwedisch und Norwegen im Fjällgebirge. Die Nationalparks und Naturschutzgebiete von Lappland bilden zusammen den größten Schutzgebietskomplex in ganz Europa - kein Wunder das dieses Gebiet bei Hundeschlitten-Reisenden so beliebt ist.
Sápmi, wie das Gebiet in der samischen Sprache heißt, ist von zahlreichen großen Flüssen wie dem Torneälv, dem Muonioälv oder dem Kemijoki durchzogen. Die größten Städte sind Gällivare Kiruna, Malmberget, Arvidsjaur in Schweden; Rovaniemi, Inari in Finnland, Kirkenes in Norwegen.
Das Gesicht von Lappland ist durch die Gletscher der letzten Eiszeit geprägt. Die Eismassen schliffen das Gestein ab zu den flachen, runden Fjells. Darüber lagerten sie eine Moräne von mehreren Metern Mächtigkeit ab. Diese bedeckte das Grundgestein und ebnete die Unregelmäßigkeiten. Vielerorts hat das Moränenmaterial auch eigene Oberflächenformationen geschaffen.
Das Mineralvorkommen in den Böden von Lappland ist bis heute erst zum Teil erschlossen. Besonders die Förderung und Weiterverarbeitung der Eisenerze bilden ein Hauptstandbein der Industrie in Norwegen, Finnland und Schweden. In den 1860er Jahren folgte auf den Fund von Gold im Flusssand des Kemijoki ein regelrechter Goldrausch.
Vegetation
Lappland bietet eine Vielzahl an unvergleichlichen Natureindrücken die man am schönsten mit dem Hundeschlitten erlebt. Große Teile des Gebietes werden von weiten, mit Moosen, Flechten und Zwergsträuchern bewachsen Tundren beherrscht. Aber auch ausgedehnte Nadelwälder und riesige Seenlandschaften prägen das Gebiet, das man im Winter am besten mit dem Hundeschlitten kennenlernt Teilweise findet man Permafrostböden - diese sind das ganze Jahr über gefroren. Die Vegetation bildet die für Rentiere idealen Weidegründe. Bei den Bewohnern sind die Moltebeere (fin. Lakka, schwed. Hjortron) eine beliebte Nachspeise. Diese Beeren aus den Moorgebieten sind besonders in Finnland in Form von Lakkalikööri - einem Likör der pur oder mit Kaffee getrunken wird, geschätzt.
Laponia
Im schwedischen Teil von Lappland liegt das UNESCO Welterbe Laponia. Es ist Teil von Europas größter, weitgehend unbeeinflusster Wildnis. 1996 wurde das Gebiet sowohl als Weltnatur- wie Weltkulturerbe bestätigt.
Das geschützte Gebiet umfasst 9.400 Quadratkilometer. Zum Welterbe gehören vier Nationalparks (Muddus, Sarek, Padjelanta und Stora Sjöfallet) sowie zwei Naturreservate (Sjaunja und Stubba). Es umfasst Gebirgszüge, Gletscher, Hochmoore, Urwälder sowie große Gebirgsseen und Flüsse und bietet viele Möglichkeiten für einen Abendteuerurlaub im Rahmen einer Huskytour. Darüber hinaus gibt es eine reiche Tier- und Pflanzenwelt mit sehr vielen bedrohten Arten.
Schon seit vorgeschichtlicher Zeit war Lappland von nomadisierenden Samen bewohnt. Jagd und Fischfang bildeten bis in das Mittelalter die Grundlage der Versorgung. Als die Rentierzucht zum Haupterwerbszweig der Samen in Lappland wurde, passten sie sich dem Weideverhalten der Rentiere an. Die traditionelle Rentierzucht und die reichhaltige Kultur der Samen, wie z.B. der Joik-Gesang (dem Jodeln ähnlich) begründen den Status des Gebietes als Welterbe.











